Aktuelles

Paradigmenwechsel: Bundestag befreit Erdgas-Lkw von Mautpflicht

Ab 1. Januar 2019 sind Lkw ab 7,5 Tonnen von der Maut befreit, wenn sie mit Erdgas oder elektrisch betrieben werden. Das hat vergangene Woche der Bundestag entschieden.

Die Initiativen Rheinland-Pfalz gibt Gas und Zukunft ERDGAS sehen darin einen Paradigmenwechsel im Schwerlastverkehr, der dem Erdgas-Antrieb zum Durchbruch verhelfen kann.

Durch den Parlamentsbeschluss wird auch der Markthochlauf von LNG-Fahrzeugen gefördert. Foto: Iveco

Für Elektro-Lkw gilt die Mautbefreiung unbefristet, für Erdgas-Lkw gilt sie uneingeschränkt bis Ende 2020. Danach müssen Betreiber die Mautanteile für die Infrastruktur- und Lärmbelastungskosten entrichten, der Mautteilsatz für die Luftverschmutzungskosten werde weiterhin entfallen, so lautet der Beschluss des Bundestages. „In Deutschland wird damit eine verkehrspolitische Wende eingeleitet“, ist Dr. Markus Spitz, Vorstand der Initiative RLP gibt Gas, überzeugt. Bislang konnte Erdgas als Kraftstoff im Nutzfahrzeugsektor hauptsächlich seine ökologischen Vorteile und die Kostenersparnis beim Tanken ausspielen, mit der Maut-Änderung kommt nun ein weiterer ökonomischer Vorteil dazu: Durch sie können energieeffiziente Lkw je nach Gewichtsklasse bis zu 18,7 Cent pro Kilometer sparen.

„Einem Durchbruch des Gasantriebs in diesem Marktsegment steht nun nichts mehr im Wege“, betont Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS in einer aktuellen Mitteilung. Ein Marktanteil von 40 Prozent bis 2030 sei durchaus realistisch. Kommt es dazu, würde das Klima erheblich davon profitieren. Allein bei Fahrzeugen mit einem Gewicht ab 12 Tonnen könnten pro Jahr rund 13 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, so Zukunft ERDGAS. Zudem verursachen Erdgas-Lkw nur etwa halb so viel Lärm wie ihre Diesel-Pendants. Rheinland-Pfalz gibt Gas plädiert deshalb mit Nachdruck für eine Gleichstellung von Erdgas und Elektro bei der Mautbefreiung.

Dass Erdgas im Nutzfahrzeugbereich in Zukunft eine große Rolle spielen wird, darüber waren sich auch die Referenten der Veranstaltung „Methan als Kraftstoff für Nutzfahrzeuge“ einig. Das gut besuchte Event der Technischen Universität Kaiserslautern fand in Zusammenarbeit mit dem Nutzfahrzeughersteller Iveco statt. Vor Ort erläuterten namhafte Experten die Potenziale und Anwendungschancen von CNG, LNG, Biogas und e-Gas. Dr. Markus Spitz informierte mit seinem Vortrag ausführlich über die Aktivitäten von Rheinland-Pfalz gibt Gas. Der Tenor der Veranstaltung fiel eindeutig aus: Im Mittel- und Langstreckenbereich kann die Verkehrswende nur mit Hilfe von Methan als Kraftstoff gelingen.