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CO2-Grenzwerte: Europaparlament stärkt Gas-Lkw

Bei neuen Lkw soll der CO2-Ausstoß noch stärker sinken als bisher geplant. Das EU-Parlament in Straßburg stimmte gestern dafür, dass sich die Abgase bis 2025 um 20 Prozent im Vergleich zu 2019 reduzieren sollen. Zudem haben sich die Abgeordneten für mehr Gasmobilität im Schwerlastverkehr stark gemacht. So soll erneuerbares Gas künftig in der CO2-Bilanz der Lkw-Hersteller angerechnet werden.

Das haben die Abgeordneten mehrheitlich beschlossen. Das EU-Parlament hat die Kommission zudem damit beauftragt, bis 2020 eine Methodik vorzulegen, die aufzeigt, wie sich die Nutzung von nachhaltig erzeugtem Biomethan oder synthetischem Erdgas aus dem Power-to-Gas Verfahren auf die Berechnung der Flottenemissionen auswirkt. Rheinland-Pfalz gibt Gas begrüßt diesen Beschluss: „Über sieben Millionen Lkw sind jährlich auf Europas Straßen unterwegs“, sagt Vorstand Dr. Markus Spitz. Laut der europäischen Umweltbehörde EEA verursachten sie allein 2016 rund 26 Prozent der europäischen CO2-Emissionen – mit stark steigender Tendenz.

Vor diesem Hintergrund sei es nur konsequent, dass das EU-Parlament umweltschonende Antriebstechnologien wie Erdgas und Bio-Erdgas als Teil der Lösung zur Verringerung der CO2-Emissionen vorantreibe und die CO2-Grenzwerte für die zukünftigen LKW Flotten herabsetzt. Die EU-Kommission hatte für die erste Stufe ursprünglich eine Reduktion von 15 Prozent vorgeschlagen und bis 2030 eine Senkung um 30 Prozent. „Dass sich die Abgeordneten nun für eine 5 Prozent höhere Einsparung des klimaschädlichen Gases aussprechen, ist sehr ambitioniert und kann nur mit einem Mix in den LKW Flotten aus Fahrzeugen mit alternativen Antrieben wie CNG und LNG, weiterentwickelter Dieseltechnik, sowie, unter bestimmten Voraussetzungen, elektrischen Antrieben im Kurzstreckenbetrieb erreicht werden“, so Dr. Markus Spitz. Der vom Parlament eingebrachte Vorschlag muss nun noch vom Europarat verabschiedet werden.

In Deutschland werden Erdgas-Lkw bereits gefördert. Die Regierung hat sie erst vor kurzem von der Maut befreit und eine neue Förderung für CO2-arme Lkw durchgesetzt. Dass sich diese positive Entwicklung fortsetzt – dafür hat sich Rheinland-Pfalz gibt Gas auch auf der Jahrestagung des Commercial Vehicle Cluster (CVC) eingesetzt, die diese Woche im Mercedes-Benz-Werk in Wörth stattfand. Vor Ort traf sich die Initiative mit hochrangingen Vertretern aus der rheinland-pfälzischen Fahrzeugindustrie, Politik und Wissenschaft, die sich dieses Jahr zum Thema „Alternative Antriebskonzepte für Nutzfahrzeuge“ austauschten. Fast alle Beteiligten sprachen sich ausdrücklich für Technologieoffenheit aus, um die Herausforderungen im Nutzfahrzeugsektor zu bewältigen, u.a. auch Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing. „Die Fahrzeugindustrie und insbesondere die Nutzfahrzeugindustrie in Deutschland wird die innovativen technischen Lösungen hervorbringen, welche wir für die Luftreinhaltung und den Klimaschutz benötigen“, bekräftigte der Minister.