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Verkehrswende: EU ringt um C02-Ausstoß

Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß von neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen um 35 Prozent gegenüber 2020 gesenkt werden. Das haben die Umweltminister der EU-Staaten nach langen Diskussionen beschlossen. Ein Kompromiss, denn die EU-Kommission hatte eine Minderung von 30% vorgeschlagen und das EU-Parlament hatte 40% Mindermengen beschlossen. RLP gibt Gas begrüßt den Kompromiss, auch wenn das letzte Wort zwischen Kommission, Regierungen und Parlament noch nicht gesprochen ist.

Mit seinem Beschluss letzte Woche hat das Europaparlament vorgegeben, dass auch der Mobilitätssektor seinen Teil zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen beitragen soll, kommentiert Dr. Markus Spitz, Vorstand von RLP gibt Gas die Entscheidung aus Straßburg. „Wir stellen zudem fest, dass diese Ziele technologieoffen erreicht werden können. Eine einseitige Festlegung auf z.B. eine bestimmte Antriebsart darf es hierbei nicht geben“. Außerdem sorge der Beschluss der EU-Parlamentarier dafür, dass „mehr Realismus in die Betrachtung der CO2-Bilanz einkehre“, lobt Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS vergangene Woche in einer Pressemitteilung. So soll zusätzlich zu den Emissionswerten auch die Berechnungsgrundlage der CO2-Bilanz von Pkw neu aufgesetzt werden. Das EU-Parlament sprach sich dafür aus, dass sich die Messungen künftig am realen Fahrbetrieb orientieren.

„Hier können Gasfahrzeuge punkten“, sagt Kehler. Besonders erfreulich sei, dass bei leichten Nutzfahrzeugen ab 2025 eine „Well-to-Wheel“-Bilanz betrachtet werden soll. Damit berücksichtigt die CO2-Bewertung erstmals auch die Herstellung von Kraftstoffen. Dies kommt insbesondere Biogas und synthetischen Gasen zu Gute. Dennoch sei wichtig, dass es nicht beim Beschluss bleibe, sondern so bald wie möglich konkrete Maßnahmen folgen, betont Dr. Markus Spitz. Bislang ist lediglich geplant, die bestehende Regulierungsmethodik überprüfen zu lassen. Das Ergebnis soll bis 2026 vorgelegt werden. Außerdem spricht sich RLP gibt Gas dafür aus, die Well-to-Wheel-Bilanz künftig bei allen Fahrzeugen heranziehen.

Beide Initiativen merken zudem positiv an, dass sich das Parlament mit dem Beschluss nicht einseitig auf E-Mobilität fokussiert, wenn es um das Erreichen der Klimaziele geht. Stattdessen habe man erkannt, dass ein Wettbewerb zwischen den umweltschonenden Antriebstechnologien schneller zum Ziele führe. So sei etwa die Rolle von Biogas und synthetischen Kraftstoffen vom Parlament als eine zu bewertende Maßnahme explizit hervorgehoben worden, heißt es in der Mitteilung von Zukunft ERDGAS dazu.