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Seat verdreifacht Produktion von Erdgasfahrzeugen – Audi treibt CNG weiter voran

Deutschlandweit ist die Nachfrage nach Erdgasautos leicht rückläufig, weltweit jedoch auf Wachstumskurs. Die spanische Volkswagentochter Seat will die Produktion deshalb massiv erhöhen. Und auch für Audi ist komprimiertes Erdgas (CNG) eine Antriebstechnologie mit Zukunft. Das betonte Reinhard Otten, Unternehmensstratege für Klimaschutz und Ressourcen, auf einer Fachveranstaltung der Schweizer Energiebranche.

Seat will die Produktion seiner Erdgasmodelle verdreifachen – von 90 auf 250 Fahrzeuge pro Tag. Bildquelle: Seat

Weil das Energiesystem künftig immer fixkostenlastiger werde, sei der alleinige Fokus auf E-Fahrzeuge der falsche Ansatz, sagte Otten vor den Teilnehmern des Powerloop-Forums. So werde beispielsweise der Ausbau von Windkraft und Photovoltaik künftig zu mehr Speicherbedarf führen und thermische Backup-Kraftwerke notwendig machen. Das treibe die Fixkosten für Energie in die Höhe. Bei Audi will man deshalb nicht nur auf Elektromobilität setzen, sondern verstärkt auch auf den Erdgasantrieb. „Wir gehen davon aus, dass der Kunde in Zukunft die ökonomischste Variante bevorzugt“, so Otten. „Würde er heute schon so entscheiden, hätten wir bereits einen deutlich höheren CNG-Anteil unter den Fahrzeugen.“ Bis 2050 rechnet der Autobauer mit einem völlig veränderten Nutzungsverhalten, in dem CNG-Hybriden eine wichtige Rolle zukommt.

Bei Seat macht sich die wachsende Nachfrage nach umweltschonenden Erdgasfahrzeugen schon jetzt bemerkbar. 2018 konnte der Automobilhersteller den Absatz an CNG-Fahrzeugen verdreifachen, dieses Jahr stiegen die Verkäufe um weitere 13 Prozent. An diesen Wachstumskurs passt die spanische Volkswagentochter nun auch die Produktion an: Bisher haben täglich 90 CNG-Fahrzeuge der Modelle Leon, Leon Sportourer ST, Ibiza und Arona das Werk bei Barcelona verlassen. Künftig will Seat die Kapazität verdreifachen – auf bis zu 250 Einheiten pro Tag.

Rheinland-Pfalz gibt Gas begrüßt den technologieoffenen Kurs von Audi und Seat. Die Entschiedenheit, mit der beide Autobauer den Erdgasantrieb voranbringen, würde man sich auch seitens der Politik wünschen. „Was den Schadstoffausstoß angeht, steht das Erdgasauto einem Elektroauto in nichts nach. Wird es mit Bio-Erdgas betankt, ist es nahezu klimaneutral unterwegs“, so Vorstandsvorsitzender Dr. Markus Spitz. Es sei deshalb an der Zeit, CNG genauso intensiv zu fördern wie Strom als Antriebstechnologie.