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ADAC fordert mehr Preistransparenz an Ladesäulen

Damit sich E-Mobilität auf breiter Linie durchsetzt, müsse die Abrechnung des Stroms an den Ladesäulen transparenter werden, fordert der ADAC. Auch die Preisgestaltung einiger Ladesäulenbetreiber kritisiert der Autofahrerclub.

Die Rahmenbedingungen beim Laden seien aktuell nicht sehr verbraucherfreundlich, findet ADAC-Vizepräsident für Verkehr, Gerhard Hillebrand. Foto: ADAC

"Kunden können an der Ladesäule oft nicht erkennen, welche Preise abgerechnet werden", sagte der ADAC-Vizepräsident für Verkehr, Gerhard Hillebrand, der Deutschen Presse-Agentur. Und auch die Unterschiede bei der Nutzung von Ladesäulen und beim Bezahlen seien verwirrend. "Von verbraucherfreundlichen Rahmenbedingungen beim Laden kann aktuell leider nicht die Rede sein", betont Hillebrand. Dabei sei dies eine entscheidende Grundvoraussetzung für den Erfolg der Elektromobilität.

Auch mit der Preisgestaltung einzelner Ladesäulenbetreiber zeigte sich der Autofahrerclub nicht einverstanden: Hillebrand kritisierte, dass einige versuchten, vertragslose Kunden mit einem enormen Preisaufschlag in Verträge zu zwingen. "Teilweise sind die Preise für das Ad-hoc-Laden doppelt so hoch wie jene für Vertragskunden." Solche Preisunterschiede sind laut ADAC nicht akzeptabel, zumal es dafür keine technischen Gründe gibt. "So werde das Ziel der Ladesäulenverordnung unterlaufen, die Elektromobilität zu erleichtern und zu verbreiten."

Um seine Kritik zu untermauern, hat der ADAC nachgerechnet: Ausgehend von einem Preis von 0,79 Cent pro kWh, wie ihn Ionity, das Gemeinschaftsunternehmen von VW, Daimler, Ford und BMW seit 31. Januar anbietet, fallen künftig beim Ad-hoc-Laden eines Mittelklasse-Autos bis zu 15 Euro an Stromkosten für 100 km an. Die Spritkosten für einen vergleichbarer Benziner oder Diesel belaufen sich dagegen nur auf 12 bzw. 8 Euro. Damit werde jede Möglichkeit, die höheren Anschaffungskosten von Elektroautos über günstigere Verbrauchskosten zu amortisieren, ins Gegenteil verkehrt, so der ADAC.