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Mautbefreiung für Erdgas-Lkw: dena fordert Verlängerung

Seit dem 1. Januar 2019 sind Lkw, die mit umweltschonendem Erdgas oder LNG betrieben werden, von der Maut befreit und profitieren von einem Förderprogramm für energieeffiziente schwere Nutzfahrzeuge. Weil sich beide Instrumente bewährt haben, fordert die Deutsche Energie-Agentur die Bundesregierung nun dazu auf, beide Instrumente zu verlängern.

Die dena fordert, dass die Mautbefreiung für Erdgas und Biomethan betriebene Lkw über den 31. Dezember 2020 hinaus verlängert wird. Quelle: Iveco AG

Dass die Marktanreize wirken, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Demnach wurden seit Inkrafttreten des Förderprogramms 1.421 Anträge zur Förderung von LNG-Lkw eingereicht und über 430 für CNG-Fahrzeuge. An wichtigen Verkehrsknotenpunkten in Deutschland wurden zudem etliche LNG-Tankstellen in Betrieb genommen, über 50 sollen es bis Ende des Jahres werden. Doch um an diese Erfolge anzuknüpfen, benötigten die Marktakteure Planungssicherheit, mahnt die LNG-Taskforce der Deutsche Energie-Agentur (dena) in ihrem Positionspapier an. Nach aktuellem Stand enden beide Instrumente zum 31. Dezember dieses Jahres, „ohne dass bislang neue und langfristig angelegte Rahmenbedingungen geschaffen sind, die den Einsatz von gasbasierten wie anderen alternativen Antrieben und Kraftstoffen verbessert hätten.“

Aus Sicht der Taskforce müssten für die Mautbefreiung mindestens zwei weitere Jahre als Rahmenlaufzeit gelten. Um einen Missbrauch des Förderprogramms vorzubeugen, sollte das Förderprogramm zudem künftig auf gasbetriebene Fahrzeuge ausgerichtet werden, bei denen der Gasanteil im Regelbetrieb deutlich überwiegt. Auch Vorschläge zur nationalen Implementierung der EU-Wegekostenrichtlinie sind im Positionspapier enthalten.

Unterstützt wird es von zahlreichen namhaften Vertretern aus dem Transport-, Speditions- und Logistikgewerbe, aber auch von der Biogasbranche und Nutzfahrzeugherstellern wie Iveco. „Auch wenn der Elektroantrieb und die darauf aufbauende Brennstoffzelle in aller Munde sind: Derzeit und mittelfristig sind CNG- und vor allem LNG-Lkw die einzigen Alternativen zum Dieselantrieb im Schwerlastverkehr, vor allem auf langen Distanzen“, heißt es bei Iveco dazu. Aufgrund des geringeren Kohlenstoffgehalts emittierten CNG und LNG um bis zu 20 Prozent weniger CO2 als Dieselkraftstoff. Die Nutzung von reinem Biomethan ermögliche sogar CO2-Einsparungen von über 90 Prozent. Mit diesem Potenzial ließen sich die Treibhausgasemissionen von Nutzfahrzeugen, die in Deutschland seit 1990 um knapp 50 Prozent gestiegen sind, deutlich reduzieren.

Zum Download:  dena-Positionspapier

Über die LNG-Taskforce
Die LNG-Taskforce wurde 2015 von der dena, dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches und Zukunft Erdgas im Rahmen der Initiative Erdgasmobilität gegründet. Sie vereint namhafte Unternehmen des Energie- und Transportsektors entlang der gesamten Wertschöpfungskette und ist für die deutsche Politik zentraler Ansprechpartner zum Thema Erdgasmobilität.