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"Klimastraße" in Koblenz geplant

Weniger Umweltverschmutzung und Parksuchverkehr. Das ist Ziel der innovativen Smart-City-Lösungen, die die Energieversorgung Mittelrhein (evm) und die Thüga in Koblenz ab September in einem gemeinsamen Reallabor testen wollen. Auf der "Klimastraße" sollen unter anderem Sensoren zur Erfassung freier Parkplätze und Straßenlaternen als Ladestationen für E-Autos zum Einsatz kommen.

Auf der Klimastraße in Koblenz testen Thüga und EVM unter realen Bedingungen intelligente Verkehrslösungen. Bildquelle: Thüga AG

Noch in diesem Monat soll der Aufbau der Klimastraße beginnen, teilten die Beteiligungs- und Fachberatungsgesellschaft Thüga und die Energieversorgung Mittelrhein evm mit, das auch Mitglied bei Rheinland-Pfalz gibt Gas ist. Energieversorgern und ihren Kommunen soll der Probelauf wesentliche Erkenntnisse zur Smart City bringen und zeigen, wie sich das Verkehrsaufkommen und CO2-Emissionen durch intelligente Technik reduzieren lassen.

In Deutschland gebe es Smart-City- und Smart-Parking-Anwendungen schon häufiger, erklärte evm-Sprecher Marcelo Peerenboom. Die Kombination der verschiedenen Systeme der Koblenzer "Klimastraße" sei aber selten. Geplant ist sie im viel befahrenen oberen Teil der Löhrstraße, die sich in der Stadtmitte von Koblenz befindet. Hier wird zunächst das Projekt Smart Parking aufgesetzt. Dazu werden Straßenlaternen mit Overhead-Sensoren ausgestattet. Zusammen mit Parksensoren im Boden übermitteln sie Autofahrern über digitale Anzeigetafeln an den Kreuzungen und via App freie Parkplätze in der Straße.

2021 sollen ein bis zwei Straßenlaternen auch Ladesäulen für E-Autos werden. Fahrzeuge und Radfahrer werden laut Peerenboom "vorher, während und am Ende des Projektes" gezählt, um zu sehen, ob sich der Autoverkehr verringert und der Radverkehr sich womöglich verstärkt. Auch Daten zur Luftqualität werden erfasst. Mindestens 18 Monate soll das Reallabor laufen. Der Koblenzer Oberbürgermeister David Langner erklärt: "Gerade in der Innenstadt macht alleine der Parkplatzsuchverkehr einen nicht zu unterschätzenden Teil des gesamten Autoverkehrs aus. Hier intelligente Problemlösungen zu finden wird ein Pro für Autofahrer, Anwohner und Umwelt sein. Wir sind sehr gespannt auf das Reallabor." Vorerst seien rund 250.000 Euro dafür kalkuliert.