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Rückenwind für Bio-Erdgas: BMWi-Studie will grüne Kraftstoffe in EU-Flottenziele einbeziehen

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) schlägt in einer aktuellen Studie vor, dass Automobilbauer ihre Flottengrenzwerte künftig auch mit erneuerbaren Kraftstoffen erfüllen dürfen. Das würde Erdgasfahrzeuge, die Bio-Erdgas tanken, für die gesamte Branche auf einen Schlag interessanter machen.

Bio-Erdgas spart bis zu 97% CO2 im Vergleich zu Benzin. Geht es nach dem BMWi wird dieses Potenzial schon bald auch bei den EU-Flottenzielen berücksichtigt. Bildquelle: Zukunft ERDGAS/Danny Kurz

Rheinland-Pfalz gibt Gas begrüßt daher die Initiative des BMWi: „Die Flottengrenzwertregelung auf grüne Kraftstoffe wie Bio-Erdgas auszuweiten, ist der richtige Weg für mehr Klimaschutz auf der Straße“, sagt Vorstandsvorsitzender Dr. Markus Spitz. Aktuell werden nur batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellenantriebe bei der Berechnung der Grenzwerte begünstigt, indem sie als Null-Gramm-Fahrzeuge gelten –unabhängig von ihrem tatsächlichen CO2-Ausstoß. „Hier gilt es eine einheitliche Lösung für alle umweltschonenden Antriebstechnologien zu schaffen“, so Spitz. „Konsequent wäre ein Anrechungsmechanismus, der auf den nachweislichen Emissionsminderungen der Antriebe basiert.“ Die Studie des BMWi lege den Grundstein dafür.

Ähnlich sieht es der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW): „Eine Anrechnung von erneuerbaren Gasen auf die Flottengrenzwerte würde einen großen Fortschritt zur weiteren Reduktion von THG-Emissionen im Verkehrsbereich bringen,“ sagt Dr. Dietrich Gerstein, Koordinator des Industriekreises CNG-Mobilität. Man unterstütze auch, dass hier nur fortschrittliche erneuerbare Kraftstoffe berücksichtigt werden sollen – also nicht solche, die in Konkurrenz zur Herstellung von Nahrungs- oder Futtermitteln stünden.

Schon im kommenden Jahr könnte die Anrechnung regenerativer Kraftstoffe wie Bio-Erdgas, Bio-LNG und synthetisches Methan auf den Weg gebracht werden. Dann erfolgt auf europäischer Ebene ein Review der Flottenverbrauchsgesetzgebung. Wird die Regelung der Flottengrenzwerte tatsächlich erweitert, würden Erdgasfahrzeuge für Autobranche deutlich an Attraktivität gewinnen, so Spitz. Die Fahrzeuge mit Biomethan zu bedanken, sei technisch überhaupt kein Problem. Auch die nötigen Ressourcen seien vorhanden.

Untersuchungen des DVGW zufolge liegt allein in Deutschland das Potenzial für Biomethan, das aus landwirtschaftlichen Reststoffen gewonnen wird, bei mehr als 100 Terawattstunden (TWh) pro Jahr. Weitere Potenziale, erneuerbares Methan aus Energiepflanzen oder synthetisches Methan aus Power-to-Gas-Verfahren und Wasserstoff, kommen noch hinzu. Auch stünden die Infrastrukturbetreiber im Industriekreis CNG bereit, weiteres Biomethan an den Zapfpunkten verfügbar zu machen. Aktuell liegt der Biomethan-Anteil am CNG-Mix in Deutschland bereits bei circa 50 Prozent.