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E-Ladenetz in Deutschland offenbart Nachholbedarf

In puncto E-Mobilität herrscht in Deutschland erheblicher Nachholbedarf. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des VDA hervor. Demnach schneidet die deutsche E-Ladeinfrastruktur im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich ab.

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In seinen Ladenetzvergleich berücksichtigt der Verband der Automobilindustrie (VDA) die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie Großbritannien, Island, Norwegen und die Schweiz. Zugrunde gelegt wurde die Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladestationen in Relation zum Gesamtbestand an Pkw im Land (Benzin, Diesel, Elektro, u.a.). Das Ergebnis: Nur wenige Länder können ausreichend Ladestationen für E-Fahrzeuge vorweisen, allen voran die Niederlande, die mit einem Mittelwert von 109 Pkw pro Ladestation den Spitzenplatz im Ranking belegt – gefolgt von Norwegen mit 147 Pkw und Schweden mit 353 Pkw pro Ladesäule. In einem Großteil der ausgewerteten Länder ist die E-Ladeinfrastruktur dagegen buchstäblich noch ausbaufähig: Insgesamt bewegen sich 21 der 31 in der Studie bewerteten Länder unter dem europäischen Durchschnittswert von 887 Pkw pro öffentlichem Ladepunkt. Auch Deutschland schneidet bei der Studie unterdurchschnittlich ab und belegt mit einem Wert von 1.014 Pkw pro Ladesäule nur den zwölften Platz.

Gerade mit Blick auf die erheblichen staatlichen Fördermittel blickt Rheinland-Pfalz gibt Gas e.V. mit Sorge auf diese Zahlen. Sollte die EU – wie es in den Medien zu lesen war – tatsächlich in Betracht ziehen, die CO2-Flottengrenzwerte für Neuwagen ab 2035 auf Null zu senken, muss ein flächendeckendes Ladenetz in Europa zur Verfügung stehen, mahnt die Initiative. Denn die Automobilindustrie würde in diesem Fall ihren Fokus noch deutlicher auf Elektrofahrzeuge ausrichten. „Wie das VDA-Ranking zeigt, muss auch in Deutschland mehr Tempo in den Ausbau der Infrastruktur kommen“, sagt Vorstandsvorsitzender Dr. Markus Spitz.