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Neues europäisches Projekt für kobaltfreie E-Auto-Batterien

Um Elektroautos noch nachhaltiger und erschwinglicher zu machen, ist dieses Jahr ein neues europäisches Großprojekt gestartet: 19 Unternehmen und Organisationen aus der Batteriebranche forschen gemeinsam an einer kobaltfreien Lithium-Ionen-Akkutechnologie. Ziel ist es, u.a. die Lebensdauer um mehr als 2.000 Ladezyklen zu erhöhen.

Auch in Europa wird nun intensiv an umweltfreundlichen Batterielösungen für E-Autos geforscht. Bild: Paul Brennan - Pixabay

US-Hersteller Tesla und weitere große Autobauer forschen bereits seit Längerem auf diesem Gebiet. Nun nimmt sich auch ein europäisches Konsortium, bestehend aus insgesamt 19 im Bereich Batterieproduktion tätigen Unternehmen und Organisationen, diesem Thema an. Das sogenannte „COBRA-Projekt“ (Kobaltfreie Batterien für zukünftige Automobilanwendungen) wird vom Institut für Energieforschung (IREC) in Katalonien geleitet und soll bis Anfang 2024 mit 11,8 Mio. Euro gefördert werden.

Ziel des Projekts ist es, Kobalt aus der Batterieherstellung für E-Autos zu verbannen. Rheinland-Pfalz gibt Gas, begrüßt daher das Vorhaben. „Einerseits ist Kobalt der bei weitem teuerste Rohstoff bei der Produktion von Lithium-Ionen-Batterien, andererseits ruft seine Giftigkeit seit jeher Bedenken bei Umwelt- und Gesundheitsorganisationen hervor“, sagt Dr. Markus Spitz, Vorstandsvorsitzender der Initiative. Zudem gilt der Abbau von Kobalt, insbesondere im Hauptexportland Kongo, als sehr gefährlich. „Hier gilt es so schnell wie möglich alternative, wirtschaftlichere und umweltfreundlichere Herstellungsmethoden zu finden“, so Spitz.

Ziel von COBRA ist es, u.a. 50 Prozent des Batteriegewichts einzusparen sowie die Recyclingquote der Metalle einer Batterie auf bis zu 95 Prozent zu erhöhen. Durch die Einsparung des teuren Rohstoffs profitieren letztlich auch die E-Autokäufer, die bei erfolgreichem Abschluss des Projekts auf niedrigere Anschaffungspreise und auch eine bessere Klimabilanz der Fahrzeuge hoffen dürfen. Diese fällt laut einer kürzlich veröffentlichten Studie des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel schlechter aus, als bisher angenommen. Beru?cksichtigt man den erhöhten Stromverbrauch, der aus dem Ausbau der Elektromobilität resultiert, verschlechtert dies die Ökobilanz von Elektroautos erheblich. Es wäre umweltschonender, erneuerbare Energien zur Reduzierung der Verstromung von Kohle zu nutzen als damit Elektroautos zu tanken.

www.ifw-kiel.de/de/publikationen/kiel-policy-briefs/2020/elektromobilitaet-und-klimaschutz-die-grosse-fehlkalkulation-0/